Sonntag, 6. März 2011

Kapitel 9

Der Zwerg


Beim Ankommen vor der Klinik, entdeckt Bärlach neben dem Eingang einen Zwerg, der ihm direkt in die Augen sieht, ihn sogar anstarrt. Doch so schnell wie er gekommen war, verschwand er auch schon wieder.
Nachdem sich Bärlach von Hungertobel verabschiedet hatte, kümmerten sich die Schwestern um ihn. Bärlach nannte sich ab sofort Kramer, sein Pseudonym, das ihm bei der Tarnung seiner Identität helfen sollte.
Der Zwerg, den Bärlach vor dem Eingang sah, lässt ihn nicht los, und aus Neugierde erkundigt er sich bei den Schwestern danach. Sie hätten noch nie einen Zwerg hier gesehen und wüssten von nichts, antworten diese.

Kapitel 8

Der Abgrund


In der Silvesternacht fährt Bärlach gemeinsam mit Hungertobel nach Zürich zum Spital Sonnenstein. Er zweifelt immer mehr am Verdacht gegen Emmenberger.
Bärlach wird immer stärker bewusst, dass sein Tod schon sicher ist und er nicht mehr lange zu leben hat. Hungertobel macht sich grosse Vorwürfe, er hätte Bärlach davon abhalten können in die Klinik Sonnenstein zu wechseln und sein Vorhaben verhindern sollen.

Montag, 7. Februar 2011

Semesterrückblick

Da meine Schwester schon am Liceo ist, wusste ich schon, was auf mich zukommt und mich in der neuen Schule erwarten wird. Sie beschrieb mir immer eine schöne Schule mit vielen netten Leuten - vor allem offenen Leuten, dem lustigsten Hauswart der Welt und starkem Klassenzusammenhalt.
Mit dieser Einstellung begann meine Zeit am Liceo Artistico, und in vielen Hinsichten wurden meine Erwartungen sogar übertroffen. Das Gebäude (von welchem ich mir vorher noch kein Bild machen konnte) überwältigte mich vom ersten Moment an. Das liegt vielleicht daran, dass meine vorherige Schule das Freudenberg-Gymnasium war, bei dem man nicht gerade von einer bauwerklichen Meisterleistung reden kann, zumindest meiner Meinung nach. Das Vorbild wird wohl ein einfacher (quadratischer!) Betonblock gewesen sein, der mit wunderbar viel Fantasie und Kreativität zum Gymnasium Freudenberg umgemodelt wurde. Das Liceo ist da ganz anders. Noch heute entdecke ich ab und zu eine Verzierung oder Skulptur, die mir vorher noch gar nicht aufgefallen war.
Manchmal denke ich darüber nach, wie es wäre, wenn meine Schulzeit am Liceo zu Ende ginge und ich immer noch nicht alles gesehen hätte. Irgendeine Skulptur, an der ich fünf ganze Jahre lang vorbei ginge, ohne sie je wahrgenommen zu haben. Am Freudenberg könnte das nicht passieren, dort hat man schon alles nach dem ersten Tag gesehen. jede Ecke sieht gleich aus, jeder Eingang und Ausgang, jedes Schulzimmer, jede Treppe. Kurz gesagt: Alles.
Weniger eintönig sind am Liceo auch die Schüler selber, wie mir schon lange aufgefallen war und wie es vom Liceo ja auch bekannt ist. Pinkfarbene oder millimeterkurze Haare werden hier vielleicht nicht unbedingt als alltäglich oder stinknormal betrachtet, aber dennoch akzeptiert. In anderen Schulen wäre das undenkbar.
Wobei schon das nächste Thema angelangt wäre: der Gruppendruck. Der Gruppendruck ist überall. Er ist am Freudenberg, in der Basketballmannschaft, in der Primarschule. Und - was jetzt vielleicht überrascht - er ist auch am Liceo. Aber er ist fast unbemerkbar und tritt nur in ganz seltenen Situationen hervor. Jeder ist trotzdem, wie er ist. Bisher bekam ich kaum etwas davon zu spüren, und wenn, war es immer möglich, ihm stand zu halten. Wenn ich an meine klasse zurückdenke, sehe ich den Unterschied und geniesse die lockere und offene Atmosphäre am Liceo noch viel mehr.
Doch natürlich gab es auch etwas, das mich enttäuschte. Die offenen, netten und freundlichen Leute - von denen meine Schwester immer schwärmte - fand ich zwar in meiner Klasse, beim Hauswart Nicola und bei den meisten Lehrern. die älteren Schüler aber, erwiesen sich als unoffen, (um nicht zu sagen verschlossen). Sie waren nie gemein oder abschätzig zu und, auf keinen Fall, aber offen waren sie nicht. Ich denke, dass ich da zu viel erwartet habe. (Vielleicht, weil eine Kollegin von mir mal erzählte, das liceo sei wie eine grosse Famile, und in einer Familie kennen sich ja alle)
Aber mit der Zeit merkte ich, dass die gute Stimmung für ein Gemeindschaftsgefühl sorgte, dass ich immer mehr zu schätzen weiss und der Vergleich mit der grossen Familie gefällt mir immer besser.
Am Liceo herrscht ausserdem eine andere Beziehung zwischen Lehrer und Schüler (besonders mit den italienischen), die für mich sehr viel angenehmer ist als der künstliche Abstand, der im Freudenberg gehalten wurde.
Man unterstützt gegenseitig, was ich am Anfang vor allem in den Kunstfächern bemerkte. Die italienisch-sprachigen Lehrer kamen uns sehr entgegen, mit viel Geduld. Unterhaltungen waren oft mühsam, weil wir kaum Italienisch sprachen, die Lehrer kein Deutsch. Manchmal entstanden auch Missverständnisse. Aber ich merkte schnell die Fortschritte, die ich in Italienisch machte und durch den ständigen Gebrauch bekam ich nach und nach immer einen engeren Bezug zu der Sprache.
Es ist von grossem Vorteil, eine Sprache auf diese Weise zu lernen, intensiv - weil wir ja sieben Stunden Italienisch haben in der Woche, gleichzeitig auch nebenbei, beim täglichen Gebrauch.
Vor allem verglichen mit anderen Sprachen, z.B. dem Französisch, merke ich den Unterschied der beiden Lernweisen. Im Italienisch sind die Fortschritte richtig festzustellen, Französisch dagegen lerne ich schon seit etwa sieben Jahren, kann es aber kaum besser.
Auch die Studienwochen tragen natürlich dazu bei, Italienisch wie eine Muttersprache zu lernen und das Gelernte im Land selbst anzuwenden.
Die Studienwochen waren toll. Während dieser Zeit lernte ich meine Klasse kennen, auch Kollegen, mit denen ich vorher nie viel Kontakt hatte. Es veränderte sich einiges in diesen zwei Wochen.
Ausserdem mussten wir lernen damit umzugehen, zwei Wochen auf einander zu hocken - was uns zu beginn natürlich noch nicht als Problem erschien. Doch dann gab es mal da einen Streit, dann mal einen dort. Müdigkeit spielte dabei natürlich auch eine Rolle.... XD
Aber insgesamt waren diese zwei Wochen unvergesslich. Sie waren sowohl interessant, als auch lustig. Kleine Streits oder Ähnliches vergassen wir schnell und genossen stattdessen zwei ganze Wochen ohne Eltern und ältere Geschwister.
Nach diesem vergangenen Semester kann ich auf jeden Fall sagen, dass das Liceo die richtige Schule für mich ist, in jeder Hinsicht betrachtet.
Deswegen freue ich mich auch sehr auf die nächsten Jahre, Studienreisen und andere Veranstaltungen, von denen es am Liceo ja zum Glück einige gibt.

Montag, 31. Januar 2011

7. Kapitel
Noch ein Besuch

Bärlach bekommt besuch von Fortschig, einem kleinen Mann. Dieser besitzt eine Zeitung, namens "Apfelschuss", die zwar in der Schweiz stark kritisiert wird.
Bärlach bittet ihn, in der nächsten Ausgabe etwas über den fall Emmenberger-Nehle zu schreiben (als Provokation), als Gegenseistung schenkt Bärlach ihm einen 10-tägigen Aufenthalt in Paris.
6. Kapitel
Die Spekulation

Sowohl bei den Schwestern als auch bei Hungertobel bleibt der nächtliche Rausch keineswegs unbemerkt, jedoch rätseln sie darüber, da weit und breit keine leeren Flaschen zu finden sind.
Weil Bärlach den Verdacht immer noch nicht loslassen kann, will er sich in die Klinik Sonnenschein in Zürich (Klinik von Emmenberger) einweisen lassen, um genaueres herauszufinden.
Bärlach stellt einige Thesen zusammen, mit welchen die Erklärung der ganzen Sache möglich wäre:
1. Nicht Emmenberger war in Chile, sondern Nehle unter dessen Namen, während Emmenberger unter dem Namen Nehle in Stutthof war.
2. Nehle ist tot, Emmenberger ist aus Stutthof zurückgekehrt, wo er den Namen Nehle führte.
3. Die beiden sehen sich so ähnlich, dass Hungertobel Nehle und Emmenberger verwechselt hat.
5. Kapitel
Gulliver

Es ist Mitternacht, und als Bärlach aufwacht, merkt er, wie ein Mann durch das Fenster in sein Zimmer klettert. Es ist Gulliver. Unter der Jacke hält er zwei Wodka Flaschen versteckt, und obwohl Bärlach wegen der Operation nicht trinken dürfte, tut er es trotzdem. Als Bärlach ihn über Nehle fragt, beginnt Gulliver zu erzählen. Er selbst ist ein Jude und laut seinen Erzählungen war er in jedem Konzentrationslager Deutschlands, auch in Stutthof, wo die Fotografie von Nehle während der Operation ohne Narkose an einem Juden entstand. Gulliver sagt, er selbst hätte es gemacht und zu Life (der Zeitschrift) geschickt. Ausserdem sei auch er selbst von Nehle ohne Narkose operiert worden.
Jetzt stellt sich die Frage, wie Gulliver die Kamera unbemerkt in das KZ mitnehmen und dort ebenfalls unbemerkt ein Foto machen konnte. Ausserdem wirkt die Person sehr irreal und man fragt sich, ob das Kapitel die Beschreibung eines Traumes oder Wirklichkeit war.

Montag, 17. Januar 2011

Friedrich Dürrenmatt: Der Verdacht

1. Kapitel
Der Verdacht


Bärlach, ein Polizeikomissar, liegt im Spital Salem in Bern. Sein Arzt ist ein guter Freund, Dr. Hungertobel. Eines Tages sieht Bärlach in einer amerikanischen Zeitschrift ein Bild, das einen Arzt zeigt, der in einem KZ einen Häftling ohne Narkose operiert. Dr. Hungertobel erkennt ihn und erklärt, dass es sich dabei um Fritz Emmenberger, einen ehemaligen Kollegen handelt und es entsteht der Verdacht, dass Emmenberger seine Patienten zwingt, ihm ihr Vermögen zu vererben und sie anschliessend umbringt.

2. Kapitel
Das Alibi


Dr. Hungertobel findet alte Zeitschriften, in denen Emmenberger Texte von Chile aus veröffentlichte; auch zu der Zeit, in der die Photographie entstanden ist. Dr. Hungertobel ist der Meinung, das sei ein Alibi und beweise, dass Emmenberger kein Massenmörder ist, worin sich aber Bärlach nicht ganz sicher ist.

3. Kapitel
Die Entlassung


Noch am gleichen Morgen kommt der Chef von Bälach zu Besuch. Er erklärt ihm, dass er die Altersgrenze überschritten habe und entlässt ihn. Bärlach bittet den Chef, sich zu erkundigen, was aus Emmenberger geworden sei und ihn darüber zu informieren.

4. Kapitel
Die Hütte


Laut dem Chef ist Emmenberger tot. Er nahm sich am 10. August 1945 das Leben, im gleichen Jahr, als er aus Chile zurückkehrte.
Hungertobel erinnert sich an einen Zwschenfall, bei dem er zusah, wie Emmenberger ohne Narkose operierte. Das war in einer Berghütte, als einer der Kollegen verunglückte und ihm nur noch mit dieser Notoperation geholfen werden konnte.